Eindrücke von unseren Reisen

Auf nach Kambodscha

Der Flug nach Melbourne ist ein Klacks und vergeht wie im Flug :-). In Melbourne müssen wir unser Gepäck wieder aufnehmen und die Eincheckprozedur über uns ergehen lassen. Leider hat der Schalter noch nicht auf, denn wir fliegen erst um 1:05 – was stundenlanges Warten bedeutet. Der Flughafen ist ja ganz schön, aber es gibt ausser in den Restaurants keine Sitzmöglichkeiten. Klasse! Irgendwann erbarmen sich die Singapore-Leute den Counter auf zumachen. Eigentlich muss man eh alles selber machen: sich an einemTerminal legitimieren, Boardkarte ausdrucken, Gepäck auf ein Förderband und mit der Boardkarte verheiraten. Hinter uns steht eine ältere Dame. Sie ist urprünglich aus Edinburgh und vor 50Jahren nah Australien ausgewandert. Damals hätte man Geld dafür bekommen. Man musste nur jung, weiblich und gebährfähig sein – O-Ton! Sie fliegt nach Koh-Samui. Wir unterhalten uns lange, denn sie spricht ein sehr schönes, verständliches Englisch.

Dann können wir endlich durch den Sicherheitscheck auf die andere Seite, auf der es reichlich Sitzplätze gibt. Am Gate gibt es ja immer einen gesonderten Bereich wo die Erstklässler, Businessleute und Gebrechlich sitzen. Dort sind 2 Damen die beide jeweils an der 200kg-Marke kratzen. Naja, die 1.Klasse Sitze dürften gehen. Beim Einsteigen sehen wir sie allerdings auf einer 3er-Bank in der Holzklasse sitzen. Joa, geht auch in der ersten Reihe. Wir nehmen unsere Plätze in Reihe 52 in der Mitte ein und schielen schon verstohlen auf die 3 freien Sitze neben uns. Das wäre doch was, wenn die frei blieben. Peifendeckel! Die 2 Damen bekommen diese 3 Plätze für sich und müssen sich in die enge Sitzreihe quetschen – wörtlich zu verstehen. Die kommen da nie wieder raus!

Nach 7 Stunden, verschiedenen Schlafversuchen und nicht so dollem Essen kommen wir in Singapore an. Die Tür öffnet sich und ein Schwall heisser feuchter Luft kommt rein. Leider wird unsere Neugierde nicht befriedigt wie die 2 rauskommen. Ich weiss dass ist gemein, aber was soll man denn sonst so lange in den Blechbüchsen machen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Woody Allen all seine Ideen aus Überseeflügen hat. Ich mag seine Filme unheimlich gerne. Wenn mir jemand eine Freude zu einem Geburtstag machen möchte: die große Woody Allen Directorcut-Bonusbox, eine Kiste Rotwein, eine Palette Chips und etwas Zeit :-).

In Singapore haben wir nicht soo viel Zeit, zumal wir das Terminal wechseln müssen. Aber für den Sunflowergarden reicht es. Susi hatte uns den empfohlen? Er ist auf einer Terrasse im Freien mit Blick auf das Vorfeld. Ein besonderer Effekt tritt ein, wenn man die Tür vom klimatisierten Terminal nach drausen öffnet.

Die Passagiere ankommender Flieger werden durch mindestens 3 Personen im Vorbeilaufen begutachtet und eine Wärmebildkamera versucht Personen mit Fieber zu erkennen. Der neue Virus lässt grüssen. Man darf nicht nach Singapore einreisen und auch nicht als Transitflughafen nutzen wenn man bis 2 Wochen vorher in China war. Was macht man mit denen – im Flieger sitzen lassen?

Das letzte Stück nach Phnom Penh ist ein Klacks und wir rutschen die knapp 2h auf einer Arschbacke ab. Zum Frühstück bekommen wir scharfe Nudeln mit Garnelen und Tintenfisch. Richtig lecker!

Nicht mehr weit bis Phnom Penh

Beim Landeanflug sind wir sehr dicht über den Häusern. Visa haben wir ja schon in Deutschland online beantragt, bezahlt und ausgedruckt. So können wir uns direkt am Passschalter anstellen und werden nach genauer Begutachtung durchgelassen.

Am Ausgang begrüßt uns Sina, unser englischsprachiger Guide in Phnom Penh. Wir kaufen noch eine SIM-Karte für 30 Tage mit 8GB für 8US$. Hier wird übrigens alles in $ bezahlt. Die eigene Währung, der Riel ist angeblich zu kompliziert. Soso!

Während wir ins Hotel fahren erzählt uns Sina so dies und das über sein Land. Der Verkehr ist nicht sehr schnell, dafür chaotisch. Verkehrsregeln, wenn vorhanden, werden ignoriert. Welch ein Unterschied: Coles Bay hatte 474 Einwohner – Phnom Penh soll 3000000 haben. Gegen 10:30 sind wir im Double Leaf Boutique Hotel. Leider ist unser Zimmer noch nicht fertig. Wir hatten auf eine Dusche und einen little nap gehofft. Wir besprechen noch den morgigen Tag und dann lässt uns Sina alleine für heute.

Wir gehen zum bekannten „russischen Markt“, der hier ein paar Ecken weiter ist. Früher soll es hier alles gegeben haben was die Russen mitgebracht hatten, so Sina, nun gibt es dort Alles was man so im Leben braucht, einschliesslich Nahrungsmittel und Garküchen. Der Markt umfasst ein ganzes Strassenkarré und ist überdacht. Wir betreten ihn und bemerken einen stechenden Geruch nach Fleisch und … tja, keine Ahnung was. Olfaktorisch, müde wie wir sind, eine Herausforderung. Wir schlendern umher und bewundern vor allem die Essensstände. Das Essen sieht überall gut aus, aber die hygienischen Zustände sind etwas zweifelhaft. Nach einer halben Stunde müssen wir an die „frische“ Luft und setzen uns in ein Café- klimatisiert. Mittlerweile dürften es um die 30° sein. Ich probiere einen Espresso, die Franzosen waren ja lange Zeit hier, und siehe da – SUPER. Dazu gönnen wir uns noch einen frischen O- und Ananassaft.

In einem kleinen Supermarkt kaufen wir Wasser, Saft und ein paar Müsliriegel. Auf dem Weg zum Hotel schauen wir schon mal für heute abend nach einem Restaurant oder ähnlichem. In der Hinsicht wohnen wir optimal. Es gibt überall kleine Küchen wo man alles Möglich bekommen kann. Unser Zimmer ist fertig!! Es ist total knuffig – echt schön, groß und komfortabel. Wir geniessen es ein Zimmer mit allen Annehmlichkeien zu haben nach 6 Wochen Camperdasein. Endlich kommen wir aus unseren viel zu dicken Schuhen und Klamotten raus und können duschen und einen Nap abhalten.

Es ist noch früh am Tag und wir erkunden noch ein wenig die direkte Umgebung. Nicht weit ist ein Kloster auf dem Stadtplan. Das entpuppt sich als ziemlich verfallen, aber ein Neues ist im Aufbau. Viel interessanter ist es den Leuten bei ihrer Arbeit zuzusehen. Wir laufen durch ein Viertel in dem sich alles ums Auto dreht. Von Werkstätten über Waschstrassen bis zum kleinen Einmannbetrieb mit Kompressor auf dem Anhänger zum Aufpumpen von Reifen. Überall gibt es kleine Küchen auf 1 bis 4 Rädern. Da meiste kann man erkennen, aber bei manchen Sachn würde ich schon gerne mal nachfragen. Allerdings sehen die Frauen hinter den Läden nicht so aus als würden sie enlisch sprechen. Ich trau mich noch nicht so recht.

An der Mao tse Toung Strasse stehen wir eine Weile an einer Kreuzung und schauen uns den Verkehr an. Das kann man schlecht bechreiben, das muss man gesehen haben. Erstaunlich dass nichts passiert. Macht an allen Kreuzungen Spaß.

 Wir bringen unsere Kameras ins Hotel und gehen dann zum Essen. Heute Mittag haben wir das „Sesame“ geehen, eine Suppenküche. Das hat uns gefallen, aber wir finden es nicht mehr. Fast gegenüber unseres Hotels gibt ein Restaurant unter Bäumen. Da gehen wir letztendlich hin. Es gibt leckere Frühlingsrollen mit toller selbstgemachter Soße und danach ein Fleischgericht mit Pfeffer von Kampott. Elke nimmt den Salat von Gebratenem Gemüse. Dazu Bier aus Kambodscha – das zischt direkt.

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Kategorien: 3 Monate Auszeit

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10 Kommentare

  1. So weit super. Habe jetzt auch Lust darauf. Der Verkehr ist ja gigantisch unterhaltsam. Leider stocken die Videos a if meinem iPad..
    Morgen gehts wieder Down Under – und wieder in die Arbeit. Habe diesmal überhaupt keine Lust.
    Viel Spaß euch beiden.

  2. Das sieht alles sehr gut aus… Wir waren noch nie in Kambodscha- aber in Vietnam, Singapore und mehrere Male in Thailand. Bei euch schauts aus wie in Vietnam…ist ja auch gleich daneben. Mich hat vor allem das Essen fasziniert und wir hatten nie Probleme….auch nicht in den Garküchen. Ein Glück 😅. Viel Spaß noch…wobei mir die Tierwelt und die Natur im Aussie Land lieber sind als die Großstädte und der Verkehr

  3. Auch das muss ich korrigieren: natürlich sind das in der Antarktis „nur“ 18 Grad

    • Puuh. wir haben schon Angst bekommen. Nicht dass er Meeresspiegel soo schnell steigt, dass wir jetzt vielleicht absaufen. Die versuchen es hier schon mit einer Kohlenmonoxidvergiftung.

  4. Vermisst ihr schon eure Fahrräder, nachdem ihr nun die Viecher gegen Vehikels getauscht habt?
    Selbst wenn Ampeln da sind wurde in manchen Ländern gleich darauf hingewiesen, dass man sich nicht daran halten solle. Spass macht auf jeden Fall. – Wenn das Hotel nicht gerade an einer solchen Kreuzung liegt.

    Sollte es Euch übrigens jetzt zu warm werden – neuer Tipp: in der Antarktis hat man jetzt 28 Grad (+) gemessen.

    • Mit dem Fahrrad fahrn fast ausschliesslich Ausländer die glauben das wäre das angemessene Fortbewegungsmittel. Das Moped ist hier DAS was wirklich läuft. Autos sind wie so oft Statussymbole. Der einzige Vorteil eines Autos ist die Klimaanlage. Die Ampeln, so vorhandn, sind eher überflüssig. Da hast du recht. In China haben wir im 20+xten Stock gewohnt und auf einen Kreisverkehr schauen können – das hat schon Spaß gemacht :-).

  5. Was ein Verkehr. Als wären die Ampeln ausgefallen – wenns welche geben würde.
    Mal sehen was euer Magen auf das erste Essen sagt – es bleibt spannend 🙂

    • Guude.
      Tatsächlich gibt es Ampeln. wir habn scho 2 davon gesehen. Für ne Metropole doch gar nicht schlecht. Allerdings könnte man sich die locker sparen :-).
      Was das Essen betrifft – siehe Blogbeitrag „Geschichte und Religion“ -ganz unten.
      73

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