Eindrücke von unseren Reisen

Kategorie: 3 Monate Auszeit (page 1 of 35)

Schon wieder im Auto

Um 8 geht es wieder los. Zuvor gönnen wir uns aber eine gute Nudesuppe. Die ist hier echt lecker. Sina ist wieder unser Guide, der Fahrer heisst Heng, was soviel wie Glück bedeutet. Kann ja nix mehr schief gehen.

Blick von unserem Balkon

Es geht südlich aus Phnom Penh raus. ( map ) Typischerweise ist es mehr ein Stehen als ein Fahren. Am Stadtausgang, wo immer man den bei einer Millionnstadt definiert, geht es auf die A2. Unser erster Programmpunkt heute ist der Besuch des Tempel Ta Prohm am Tonle Bati See. An freien Tagen ist hier der Bär los. Man mietet sich eine „Privatsuite“ auf dem Wasser oder für 2$ den Tag ein Tretboot. Heute morgen ist gähnende Leere.

Ein paar Schritte weiter ist der Tempel Ta Prohm. Ausser ein paar Einheimischen ist hier Niemand. Die Tempelanlage ist nicht besonders groß, hat aber ihren besonderen Reiz. Wahrscheinlich auch, weil wir die Einzigen hier sind. Es kommen später noch 2 Franzosen. Sina erzähl uns die Geschichte dazu. Der Tempel liegt abseits von allen Touristenströmen hat aber eine wichtige Funktion gehabt. Leider haben die Kriege des 20.Jh zu viel kaputt gemacht.

An einem der Tempel sehen wir eine giftgrüne, lange, sehr schlanke Schlange. Sina sagt sie sei giftig.

Ta Prohm

Weiter geht es auf den Tempelberg Phnom Chisor. Auf meiner Offlinekarte gibt es seit einiger Zeit keine Häuser mehr, nur Wasserkanäle. In Wirklichkeit steht hier alle paar Meter sehr wohl ein Haus bzw. ein Shop. Wir steigen mal wieder in brütender Hitze mehrere hundert Stufen zum Tempel herauf. 1973 wure er bei einem Luftangriff zerstört. Heute ist der Tag der „hidden Beauties“. Auch hier sind wir gänzlichst alleine. Ich staune immer wieder über die Kunstertigkeit der Khmer vor 800 Jahren. Die Detailtreue der Steinmetzarbeiten ist einfach klasse.

Weiter geht es über Seitenstrassen zum Phnom Da. Dies wurde im 6.Jh errichtet, mehrfach zerstört und immer wieder restauriert. Es ist nicht mehr viel vom Orginal übrig, aber dennoch beeindruckend. Diesmal sind es nur 136 Stufen (Elke prooved!).

Im Museum im Ort will uns Sina noch ein paar gerettete Artefakt zeigen. Leider ist es zu. Aber das alte Haus der Franzosen ist ganz schön, wenn auch verfallen, und der Blick von der Brücke auf den Fluss. Sina deutet auf das Haus der Cambodia People Party. Es sei größer als das des Museum!

Danach geht es denn selben Weg bis auf die A2 zurück. Geht nicht anders. An einem „Rasthof“ gibt es eine Pinkelpause, Espresso und was zum Knabbern. Kep ist nun noch 2 Autostunden entfernt. Während der Fahrt kommen wir irgendwie auf das Thema Korruption, ich glaube über Strafzettel. Da kann man sich schon ne Weile die Zeit mit vertreiben. Beispiele gibt es auf beiden Seiten :-).

Irgendwann, kurz vor 5, kommen wir in Kep im Veranda Resort an. Unser „Zimmer“ ist schlappe 40m² groß – die riesige Veranda nicht mit eingerechnet. Das ist das „Budget-Zimmer“ hier. Es geht noch dekadenter!

Nach einer Dusche und einem kleinen Rundgang zu den diversen Pools und privaten Nischen, schauen wir uns im Restaurant bei einem Bier den Sonnenuntergang über dem Meer an. Leider ist der eher enttäuschend im Dunst. Aber das Bier ist erfrischend.

Später gibt es Dinner. Sommerrollen, Elke nimmt das  Fish Amok und ich eine Krabbe – eine Spezialität hier. Leider bin ich kein Spezialist im Essen derselben und versaue mich dabei anständig. Geschmacklich aber einwandfrei. Die Franzosen am Nebentisch meistern das wesentlich souveräner als ich.

3ooKM Baustelle

Während Thomas sich den Bart kürzen lässt schreibe ich mal wieder den Bericht.

Heute sind es 300km zu fahren bis Phnom Penh und die Japaner machen die Strasse neu und breiter. Nicht wie bei uns in kleineren Häppchen sondern wirklich über die ganze Strecke. Also wird es eine lange Fahrt und landschaftlich auch nicht gerade berauschend. Flach, trocken, vermüllt, Baustelle.  Ui, Thomas ist schon fertig – für 1 Dollar.

Nach etwa 3h machen wir einen ersten Stopp bei einer kleinen Töpferwerkstatt und sehen eine etwas andere Art des Töpferns. Statt die Töpferscheibe zu benutzen, die auch vorhanden ist, läuft Frau um das Gefäß herum. Zuerst „bottomless“ wird dieser dann später beigeklopft.

 

 

 

Erschütternd unterwegs: eine Familie auf dem Moped. Vater vorne, Mutter hinten, dazwischen ein sehr kleines Kind oder Baby (das sieht man hier oft). Aber die Mutter hält irgendwie noch einen Infusionsständer und man sieht eine Leitung zu dem Kind gehen. Erstversorgung und „jetzt schaut ob ihr es noch bis zum nächsten Krankenhaus schafft“? Da müssen wir wirklich schlucken.

Irgendwann kommen wir nach Udong, eine der früheren Königsstädte, und steigen schlappe 620 Stufen (gefühlt diesmal eher weniger) zum Tempel hoch. Man kann weit schauen und wenn unsere nackten Füße nicht fast verbrennen würden würden wir noch etwas länger hier bleiben.

Für die letzten 40km nach Phnom Penh brauchen wir etwa 1,5 h, Stau ohne Ende. Gegen 17:00 kommen wir wieder im Double Leaf Hotel an, wo wir schon wie alte Bekannte begrüßt werden. Unser Fahrer und Guide müssen heute noch die Strecke nach Siem Reap zurück, etwa 5-6h.

Auf dem Weg zur Noodlebar gehen wir wie erwähnt beim Barber vorbei. Wir überqueren die Straßen wie alte Hasen. Wenn wir wieder zurück in Deutschland sind werden wir uns ganz schön umstellen müßen….

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