Eindrücke von unseren Reisen

Kategorie: Cotswolds (page 2 of 11)

Wandern in den Cotswolds

Windig, Regen und die Piesociety

Im Zimmer ist es einfach nur heiss und so können wir beide nicht richtig schlafen. Bisher war es wenigstens nachts kühl. Das Frühstück ist natürlich ein Buffet und kommt nicht an die Qualität der B&Bs ran. Es gibt aber erstmals Käse, was ja auch ganz schön ist. Ich bleibe beim Tee, weil ich vom Kaffee hier zu oft enttäuscht wurde.

Heute Morgen ist es ziemlich windig und nur mäßig sonnig, wir ziehen aber trotzdem mit Sandalen und T-Shirt los. Zuerst laufen wir Richtung Osten zur Gasstreet. Dort gibt es Kanäle aus der Zeit, als man mit schmalen Kähnen Güter transportiert hat. Mittlerweile sind dort teure Wohnanlagen, Büros und Restaurants entstanden. Viele Baustellen zeugen davon, dass das auch so weitergeht. Leider beginnt es zu regnen und wir flüchten in ein COSTA-Café. Das ist eine Kette wir Starbucks, das es hier auch an jeder Ecke gibt. Es ist ziemlich voll weil es direkt neben Legoland liegt und alle Eltern sich noch stärken müssen. Mein Americano ist nicht soo schlecht. Nach und nach wird es immer voller und vor allem lauter. Gott sei dank hat es aufgehört zu regnen.
Wir schlagen uns durch die Baustellen zum Centenary Square zu einer weiteren Sehenswürdigkeit – der Library of Birmingham. Allein schon das Gebäude ist spacig anzusehen. Es gibt mehrere Ebenen mit Aussichtsplatformen, freies wlan, kostenlos Wasser, Cafés, tolle Rolltreppen und natürlich auch Bücher die man sich ausleihen kann. Im vorbeilaufen sehen wir eine Landkartenabteilung und schauen uns einen übergroßen Atlas von Indien an.
Im „Prêt a Manger“ kaufen wir uns ein Krabbensandwich für 3,99£. Das Wetter wird immer ungemütlicher und wir gehen unter Ausnutzung mehrerer Kaufhäuser zum Hotel. Es hat nämlich wieder angefangen zu regnen und es ist doch frisch geworden. Nach einer kurzen Pause, a little Nap, laufen wir wieder los. Es regnet zwar recht ordentlich, aber bisher war das nie lange. Nicht weit vom Hotel im Stadtteil Digbeth soll es eine alte Custardfabrik geben in denen sich Designer angesiedelt haben. Leider ist ausser dem tollen Gebäude nichts wirklich interessantes dabei; ausserdem regnet es immernoch. Also entscheiden wir uns in die Shopping-Mall Bull-Ring zu gehen. Mit den 1Mio. Einwohnern zusammen geniessen wir die Läden, die Enge und die Lautstärke.
Es regnet gerade mal nicht, aber dem Wetter entsprechend wählen wir heute das „Pieminister“ für das Abendessen aus. Pie fehlt uns noch auf der „zu probieren Liste“. Wir hatten das mal in Südengland, aber das ist ewig her. Elke nimmt die „Heidi“ – ein Pie mit Ziegenkäse, Kürbis und Spinat. Ich nehme einen „Moo & Blue“ – Beef mit Stiltonkäse. Beides ist richtig lecker. Eigentlich würden wir jetzt gerne irgendwo draussen sitzen, so wie gestern, und noch etwas trinken. Leider regnet es ziemlich viel. Daher entscheiden wir uns für einen Drink im Grand Central Bahnhof. Das klingt vielleicht komisch, aber der ist einfach riesig groß und demnach ist da auch richtig was los. Der erste Laden verlangt Zahlung über Karte oder Applepay. Bar geht nicht! Beim Spanier kann man noch mit Bargeld bezahlen und die Ober sind hübscher. Beim nach Hause gehen werden wir nochmals nass – es schüttet und hat auch noch weiter abgekühlt. Leider merkt man das in unserem Zimmer nicht. Irgendwo muss da eine Heizung versteckt sein.

Grüße aus England / Birmingham

Kulturschock

In Cheltenham kühlt es Nachts wenigstens etwas ab. Muttern berichtet, dass es in Mainz auch Nachts noch recht warm ist. Also wir können einigermaßen schlafen. Zum Frühstück gönnen wir uns nochmals Porridge und ein Full English. Unser Bus fährt erst um 12 und so verbringen wir 2 Stunden in Cheltenham mit Kaffeetrinken. Leider wählen wir das Café mit dem schlechtesten Espresso den ich je getrunken habe. Aber man sitzt schön.

Der 530er Bus kommt fast pünktlich und er ist so gut wie voll. Wir sitzen nicht in einer Reihe sondern leicht versetzt. Der Bus hat wlan und ich schreibe Muttern – Bilder und sonstige Übertragungen gehen leider nicht. Auf einer Autobahnraststätte wird getankt, aussteigen oder rumlaufen geht garnicht, und einen anderen Stop gibt es nicht. Nach 90 Minuten sind wir in Birmingham am Busbahnhof. Alle Koffer werden ausgeladen und in Reih und Glied gestellt. Blöderweise ist der Bus nebendran nur 1,5m entfernt und die Aussteigenden und die Kofferschiebenden müssen aneinander vorbei. Blöder gehts nimmer – und das machen die jeden Tag so!? Ich dachte immer, dass der Mensch lernfähig sei.
Ich hatte vor der Reise das Hotel IBIS gegoogelt und auf meiner Offlinemap gespeichert. Leider war das flasch. Die Adresse finden wir dann aber auf meiner Karte und wir laufen los. Der Centralbahnhof wo wir uns nun befinden ist allerdings mehere Ebenen gross und das sieht man auf dem Daumenkino nicht so recht. Kurz gesagt – wir laufen einen unnötigen grossen Bogen. Im Endeffekt liegen der Busbahnhof und das Hotel quasi nebeneinander. Gute Vorarbeit ist halt durch nichts zu ersetzen :-).
Das Hotel liegt direkt an der Chinatown mit Restaurants, Supermärkten und Nightclubs. Einen Empfang gibt es nicht. Ein Mädel erspäht uns und erklärt uns wie es läuft und bezahlt wird im Stehen über Karte. Unser Zimmer ist extrem klein, noch extremer heiss und die Klimaanlage, die bei unserer Ankunft läuft, kann nur heizen  wie wir später erfahren. Der Blick aus dem Fenster, welches man zum senken der Temperatur leider nur leicht ankippen kann, ist berauschend schön, aber die mögliche andere Seite wäre Richtung einer viel befahrenen Strasse und Chinatown. Also – geht so. Telefon auf dem Zimmer gib es nicht mehr – wenn man etwas braucht setzt man eine Meldung über Whatsapp ab. Moderne Zeiten! Wie das Tante Erna macht ist denen auch wurscht.
Wir ziehen gleich wieder los und schauen uns in der nächsten Umgebung um. Birmingham hat 1 Mio. Einwohner und ist die 2.grösste Stadt nach London. Der Kulturschock zu den „Dörfern“ (Cheltenham hat 120000 Einw.) könnte größer nicht sein, aber das war abzusehen. Trotzdem ist es ein Schock. Man sieht es den Leuten an, dass sie nicht zu den oberen 10000 gehören. Birmingham ist wohl mittlerweile von der Arbeiterstadt zum Dienstleistungssektor gewechselt, aber so viel Geld steckt da scheinbar auch nicht drin. Es fallen uns viele Bettler und Wohnsitzlose auf. Auch die Geschäfte sind eher auf das untere Preissegment aus, bis auf die riesigen Malls. Auffällig sind aber auch die Bemühungen in der Architektur Bausünden auszumerzen. Centralstation und Bull-Ring sind neu und spacig. Eine Seitenstrasse weiter sieht das aber schon wieder ganz anders aus.
Da wir schon in „Chinatown“ wohnen gehen wir hier auch essen. Ein Speisekartenaushängeverbot macht es uns allerdings nicht leicht. In einem Restaurant stehen sogar nur japanisch, koreanisch, ich weiss nicht was Zeichen. Wir entscheiden uns für ein koreanisches Restaurant wo wir durch das Schaufenster einen Blick auf eine Karte auf einem Tisch erhaschen können. Elke bestellt etwas mit dicken Nudeln und ich eine Spezialität mit scharfer Soße. Beim Asiaten kann man fast nichts verkehrt machen und tatsächlich ist beides ausgesprochen gut.
Danach machen wir noch eine Runde um den Block. Zurück im Viertel trinken wir noch ein Bier in einem Pub, welche man hier in der Stadt schon suchen muss. Wieder einmal wundern wir uns wieviel Geld hier gelassen wird. Es ist ein Dienstag und nicht Monatsanfang bzw. -ende und der Pub ist voll. Und es wird ordentlich was getrunken hier.
Grüße aus England / Birmingham
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